Make love, not war – Wieso wir mehr denn je den Frieden ins uns selbst finden müssen.

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Mehr  denn je wünschen wir uns Frieden in der Welt. Die Massenmedien bombardieren uns täglich, ja im Minutentakt, über Anschläge, aggressive Flüchtlingsgegner und Kriege. Ich bezeichne das als Nachrichtenterror. In meinen Augen ist das der eigentliche Terror in unserer Welt. Die Politik und die Medien schüren gezielt Angst und Hass um sich in der Bevölkerung ein Alibi für weitere Waffenlieferungen, Krieg und Vergeltungsschläge zu verschaffen. Allerdings war es vor 20, 30 oder 40 Jahren nicht anders. Nur die Berichterstattung hat sich dramatisch verändert. Und die Menschen lassen sich zunehmend von dieser Unruhe anstecken. Ein Virus geht um. Und der ist weitaus gefährlicher als jede Schweine- oder Vogelgrippe.

Zu faul zum Lesen? Dann höre Dir den Blog als Podcast an:

Eines meiner Lieblingszitate ist von Gandhi: „Sei du selbst die Veränderung, die du dir in der Welt wünschst.“

Also wenn wir uns Weltfrieden wünschen, sollten wir uns einmal selbst hinterfragen wie viel Frieden in uns selbst steckt. Wie friedlich und liebevoll gehe ich mit mir selbst und mit meinem unmittelbaren Umfeld um? Ja liebe ich mich überhaupt selbst?

„… I don’t like Mondays“

Nehmen wir als Beispiel mal den bei vielen ungeliebten Montag. Es ist 6:30, der Wecker klingelt, im Radio läuft passender Weise „I don’t like Mondays“, man quält sich unter größter Anstrengung aus dem warmen und kuscheligen Bett und schlurft ohne jegliche Motivation ins Bad. Im schlimmsten Fall schaut man als erstes in den Spiegel und erkennt sich auf den zweiten, meist erst auf den dritten Blick. Und natürlich überschüttet man sich gedanklich nicht  unbedingt mit Selbstliebe . Soweit so schlecht.  Denn das Fatale ist, dass man dann den ganzen weiteren Tag mit nicht unbedingt positiven Gedanken unterwegs ist. Und vieles davon läuft unbewusst ab. Bei vielen Zeitgenossen stellt man sich die Frage ob sie leben oder einfach nur überleben. Der Montag ist nun vielleicht ein extremes Beispiel. Aber an den restlichen Tagen in der Woche sieht es nicht viel besser aus. Aber warum? Warum begegnen sich so viele Menschen selbst mit so viel Unliebe?

Meine Coaching-Kunden frage ich bereits im Vorgespräch als allererstes ob sie glücklich sind. Eine ganz einfache und banale Frage. 90% müssen erst mal sehr lange überlegen und kommen dann zu dem Ergebnis. „Eigentlich schon, aber…“ Und dann geht’s los. „Mein doofer Job inklusive Chef, mein Partner könnte mir mehr Aufmerksamkeit schenken, die Benzinpreise, die Bahn kommt immer zu spät, meine Tochter hat nur eine 3 in Latein geschrieben, mein Kollege wurde früher befördert, ich musste Stundenlang bei LIDL anstehen u.s.w. – und dann, meist als letzter Satz: „Wie soll man denn da glücklich sein“?

Absolut verständlich, denn das sind fast alle Dinge, die nicht unbedingt zum Glück beitragen. Aber muss man sich über eine passable Zensur, also eine 3, der Tochter aufregen? Auch wenn Sie vielleicht vorher eher eine 2 war. Und wenn sie morgen eine 4 nach Hause bringt, geht davon die Welt auch nicht unter. Wenn der Job doof ist, und nicht meinen Vorstellungen entspricht, muss ich mir einen neuen Arbeitsplatz suchen und wenn die fehlende Aufmerksamkeit des Partners ein Dauerzustand ist, könnte ich mich hinterfragen wieviel Aufmerksamkeit ich ihm schenke. Vielleicht ist er oder sie auch einfach nicht der bzw. die Richtige. Sowas soll schon mal vorkommen.

„Das Buddelkasten-Prinzip“

Und all diese Dinge verursachen einen ungemein großen Unfrieden in uns, den wir dann nach außen tragen. Das ist eine Kettenreaktion ohne Ende. Wir alle sind auf diesem Planeten, im Universum, auf irgendeine Weise miteinander verbunden. Ob man will oder nicht. Auch der kleinste Wassertropfen ist Teil des großen, weiten Ozeans.

Ich bezeichne das auch gerne als Buddelkasten-Prinzip. Wenn ich als Kind meinem Spielkameraden eins mit der Schippe über den Kopf ziehe, mache ich mir natürlich keine Gedanken darüber, dass es Konsequenzen haben könnte. Hat es aber. In der Regel sehr weitreichende. Das Mindeste ist, dass ich wahrscheinlich auch was auf den Deckel bekomme. Vielleicht lande ich auch mit dem Gesicht nach unten in der Eierpampe. Das Ganze könnte nun zu einem regelrechten Spielplatzkrieg ausbrechen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit, werde ich aber von einem Elternteil zur Rechenschaft gezogen, was wiederum zur Folge haben könnte, dass ich mit Stubenarrest bestraft werde. Damit aber nicht genug. Denn es ist nicht auszuschließen, dass sich meine Eltern über die Erziehungsmethoden nicht ganz einig sind und sich in die Haare kriegen. Was weder mir noch meinen Eltern, in dem Moment bewusst ist, dass es bei meinem Spielkameraden und deren Erziehungsberechtigen auch zu unangenehmen Konsequenzen gekommen sein könnte. Eine Kette ohne Ende.

In der Meteorologie erforscht man seit den 1960’ern den sogenannten „Schmetterlings-Effekt“. Demnach soll ein Flügelschlag eines Schmetterlings einen Tornado in Brasilien auslösen können. Wie gesagt, alles ist mit einander verbunden. Alles ist reine Energie.

Eigentlich ist das das Leben doch nichts anderes als ein großes, buntes Puzzle. Du und ich, ja wir alle tragen ein Teil zu diesem Puzzle bei. Und so klein dieses Teil auch sein mag, so wichtig ist es doch. Denn wenn nur ein Teil fehlt, dann ist das Bild unvollständig. Dabei ist das eine Puzzleteil nicht wichtiger als das andere. Das ist nur eine Illusion. Jedes Teil des Bildes hat nur eine andere Aufgabe, also einen anderen Platz.

Kein Puzzleteil kann ohne das andere leben. Und was wir anderen Menschen antun, tun wir immer uns selbst an.

„Aggressionen sind der größte Fehler der Menschheit“

Der berühmte Physiker Stephen Hawking sieht in Aggressionen, den größten Fehler der Menschheit. Er schlägt deshalb vor, mehr Empathie zuzulassen. Das sei sein liebstes Verhalten der Menschen: „Die Empathie bringt uns zusammen und zwar in einem ruhigen und friedlichen Zustand.“, so Hawking.

Aber wie kommt man nun selbst in einen friedlichen Zustand? Ganz einfach: In dem man zum Beispiel lernt sich nicht über Kleinigkeiten aufzuregen. Natürlich kann ich mich darüber echauffieren, dass mir dieser Idiot die Vorfahrt genommen hat oder dass im Supermarkt mal wieder nur eine Kasse aufgemacht wurde. Kann man machen, muss man aber nicht. Sollte man auch nicht. Denn diesen Ärger trage ich automatisch weiter. Wir neigen dazu, unseren erlebten Ärger weiterzugeben weil wir glauben, dass uns das erleichtern würde. Es heißt ja schließlich auch „Geteiltes Leid ist halbes Leid“. Das gilt aber nicht für Ärger. Geteilter Ärger verdoppelt sich. Entweder muss sich die Person, der wir davon berichten, mitärgern, oder ist Schadenfroh, was uns am Ende noch mehr ärgert. Ein Teufelskreis.

Ein ganz wichtiger Schlüssel zu innerem Frieden ist auch Gelassenheit. Und die können wir ganz hervorragend im Alltag üben. Zum Beispiel im Stau. Eine Situation, die wir definitiv nicht ändern können. Egal ob wir nun einen wichtigen Termin haben oder in den Urlaub fahren. Wir können dieser Situation nicht entkommen. Das ist Fakt. Das Auto stehen zu lassen und zu Fuß bis zur nächsten Ausfahrt zu laufen, ist auch keine Lösung. Auch wenn mich Michael Douglas mit so einer Aktion in dem Film „Falling down“ sehr unterhalten hat.

„Ich stehe für dieses Gespräch nicht zur Verfügung“

Also lohnt es sich nun darüber aufzuregen und damit unnötig seinen Blutdruck zu strapazieren? Mit Sicherheit nicht. Vor Allem sollte man sich in so einer Situation nicht vom Ärger anderer Autofahrer anstecken lassen. Wir alle kennen die Zeitgenossen, die, obwohl sie gerade erst am Stauende angekommen sind, aus ihrem Fahrzeug austeigen, dann mit kritischem Blick die Lage checken und dann mit weiteren Blicken nach Verbündeten für ihren Ärger suchen. Hier gibt es nur zwei vernünftige Möglichkeiten: Entweder ignorieren oder lächeln. Letzteres schlägt den Unruhestifter mit Sicherheit in die Flucht. Funktioniert auch super bei Verspätungen auf Bahnhöfen und Flughäfen. Und wenn freundliche Blicke nicht ausreichen, und man angesprochen wird, kann man einen Satz benutzen, den Erfolgscoach Tobias Beck empfiehlt: „Ich stehe für dieses Gespräch nicht zur Verfügung“. Funktioniert super. Aber Vorsicht. Das sollte man besser nicht bei betrunkenen Personen ausprobieren. Die könnten nämlich Rückfragen stellen. Ich spreche aus Erfahrung.

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Jack Canfield, Autor der berühmten „Hühnersuppe für die Seele-Bücher“ sagt: „Ich habe eine Regel in meinem Leben: Ich beschwere mich nicht über Regierung, Steuern, Mitarbeiter, Benzinpreise und all die vielen anderen Menschen und Situationen, die ich nicht beeinflussen kann. Was ich aber beeinflussen kann, ist, wie ich darauf reagiere.“

Eine Regel, die man sich ruhig mal zu Herzen nehmen sollte.

Wie oft sehe ich auf Facebook, gut gemeinte Bilder, die dazu aufrufen, eine Epidemie für den 1. Weltfrieden zu starten. Das ist auf jeden Fall besser als auf jeden Hassgetränkten Shitstorm-Zug aufzuspringen. Solange wir aber unseren inneren Unfrieden, wie einen Schnupfen nur oberflächlich behandeln und vor Allem nicht heilen, wird es nie zu einer Grippewelle kommen, die Weltfrieden heißt.

3 Gedanken zu “Make love, not war – Wieso wir mehr denn je den Frieden ins uns selbst finden müssen.

  1. Mein veganes Kochbuch

    Ganz wundervoll geschrieben.
    Etwas mehr Empathie und Gelassenheit stünde uns allen gut.
    Man kann andere nicht ändern. An sich selbst kann man jedoch jederzeit arbeiten…Gandhi war schon ein Guter. 🙂
    Lieben Gruß

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